Rassestandard FCI – Nr. 45/2.3 Berner Sennenhund
Imposanter, auffallend lackschwarz- rotbraun- weiß (tricolor) gezeichneter, kräftiger Hund. Er wurde aus altherkömmlichen Bauernhunden der abgelegenen Schweizer Alpentäler herausgezüchtet. Dort bewachte er Haus und Hof, half beim Viehtreiben und zog den Milchkarren. 1892 begann ein Schweizer Hundefreund, die „Dürrbächler“, „Ringgi“ oder „Blässli“ genannten Vierbeiner zu sammeln und einem Zuchtprogramm zuzuführen.
Damit war der später Berner Sennenhund genannte, alte Schweizer Sennenhund zu den populärsten Hunderassen, nicht nur auf Grund seiner Schönheit, sondern vor allen Dingen wegen seiner Charaktereigenschaften: Er ist wachsam, aber nicht aggressiv, menschenfreundlich, gelehrig, kein ausgesprochen lauffreudiger Hund, obwohl er gerne und viel spazieren geht. Der junge Hund ist voll ungestümen Temperaments und bedarf konsequenter, liebevoller Erziehung. Nur in Ausnahmefällen wurden wildernde Berner bekannt. Er braucht engen Familienanschluss, und ist ein ausgesprochen angenehmer und geduldiger Zeitgenosse im Umgang mit Kindern. Berner Sennenhunde
eignen sich gut zur Ausbildung zum Begleithund, Fährtenhund und Katastrophenhund. Trotz des schönen Haarkleids brauch der Berner nur zweimal wöchentlich gebürstet werden. Er fühlt sich in warmen Klima nicht wohl.
Allgemeines Erscheinungsbild:
Langhaariger, dreifarbiger, übermittelgroßer, kräftiger und beweglicher Gebrauchshund mit stämmigen Gliedmaßen; harmonisch und ausgewogen.
Wichtiges Maßverhältnis (Format):
Verhältnis der Widerristhöhe zur Körperlänge ca. 9:10. Eher gedrungen als lang.
Charakter und Verhalten (Wesen):
Sicher, aufmerksam, wachsam und furchtlos in Alltagssituationen; gutmütig und anhänglich im Umgang mit vertrauten Personen; selbstsicher und freundlich gegenüber Fremden; mittleres Temperament, gute Führigkeit
Kopf:
Kräftig; Oberkopf im Profil und von vorne gesehen ein wenig gewölbt; ausgeprägter, jedoch nicht zu starker Stirnabsatz (Stop), wenig ausgeprägte Mittelfurche; kräftiger, mittellanger, gerader Fang
Nasenspiegel: schwarz
Lefzen: wenig ausgebildet und anliegend, schwarz
Gebiss: vollständiges, kräftiges Scherengebiss
Augen: dunkelbraun, mandelförmig, mit gut anliegenden Lidern
Ohren: (Behang) dreieckig, leicht abgerundet, hoch angesetzt, mittelgroß, in der Ruhe flach anliegend
Hals: kräftig, muskulös, mittellang
Körper: kräftig, kompakt
Brust: bis auf Ellenbogenhöhe reichend, breit, mit deutlicher Vorbrust; Rippenkorb von breit- ovalem Querschnitt
Rücken: fest und gerade
Lendenpartie: breit und kräftig
Kruppe: sanft abgerundet
Bauch: nicht aufgezogen
Rute: buschig, mindestens bis zum Sprunggelenk reichend, in Ruhestellung hängend, in Bewegung schwebend auf Rückenhöhe oder leicht darüber getragen
Gliedmaßen:
Vorderhand:
Allgemeines: Stellung eher breit, von vorne gesehen gerade und parallel
Schultern: lang, kräftig, schräggestellt, mit dem Oberarm einen nicht zu stumpfen Winkel bildend; anliegend und gut bemuskelt
Vordermittelfüße: nahezu senkrecht stehend, fest
Pfoten: kurz, rund und geschlossen, Zehen gut gewölbt
Hinterhand:
Allgemeines: Stellung von hinten gesehen gerade, nicht zu eng, Hintermittelfüße und Pfoten weder ein- noch auswärts gedreht;
Oberschenkel: ziemlich lang, von der Seite gesehen mit dem Unterschenkel einen deutlichen Winkel bildend, breit, kräftig und gut bemuskelt.
Sprunggelenke: kräftig und gut gewinkelt
Gangwerk:
Raumschaffender, gleichmäßiger Bewegungsablauf in allen Gangarten; ausgreifender, freier Vortritt und guter Schub aus der Hinterhand; im Trab von vorn und hinten betrachtet geradlinige Gliedmaßenführung
Haarkleid:
Beschaffenheit des Haares: lang, schlicht oder leichte Wellen (niemals gelockt)
Farbe: tiefschwarze Grundfarbe mit sattem braunrotem Brand an den Backen, über den Augen, an allen vier Läufen und auf der Brust; weiße, saubere symmetrische Kopfzeichnung (Blesse und Fangzeichnung); weiße, mäßig breite, durchgehende Kehl- und Brustzeichnung; weiße Pfoten und weiße Rutenspitze
Größe:
Rüden: 64 bis 70 cm Widerristhöhe, ideal 66 bis 68 cm
Hündinnen: 58 bis 66 cm Widerristhöhe, ideal 60 bis 63 cm.
Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.
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